Erziehen aber wie?

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Birgit
Inlägg: 59
Blev medlem: lör 17 sep 2011, 15:20

Erziehen aber wie?

Inlägg av Birgit »

Hallo an alle!
Unser Aexander ist mittlerweile 2,5 Jahre alt und Dank der Schlafkur schläft er im Großen und Ganzen recht gut durch. Der Wolf heult zwar immer wieder einmal, aber zumindest schaffen wir es jetzt fast immer erst nach 6 Uhr aufzustehen. Ein Wahnsinnserfolg für uns! Leider ist unser Sohn ein sehr energisches Kerlchen, ein Zornbinkel und auch ein sturer Bock. Täglich kämpfen wir mit ihm, selbst im Kindergarten sind sie schon ein wenig ratlos. Seit ein paar Wochen hat er das Wort "blöd" entdeckt. Alexander spricht schon ganz normale Sätze, also wie gößere Kinder eben, und spielt gerne mit der Sprache. Nur jetzt schimpft er jeden, sobald etwas nicht nach seinem Kopf geht. Wir bringen ihn dann immer in sein Zimmer, was ihn noch mehr in Rage versetzt und ihn veranlaßt noch mehr zu schimpfen. Wenn er sich dann endlich wieder beruhigt hat, kommt er wieder raus, aber kurz darauf kann es schon wieder losgehen. Egal, ob er dafür bestraft wurde, oder nicht. Manchmal provoziert er auch einfach, indem er Dinge, die verboten sind, erst recht macht. Ich möchte einfach nicht den ganzen Tag mit unserem Kind diskutieren und streiten. Vorallem, wenn es nichts bringt.. Wir sind echt ratlos! Soll ich ihn einmal ganz lange im Zimmer lassen? Lasse ich ihn zu früh raus? Soll ich sein Spielzeug wegnehmen? Sämtliche Sachen verbieten? Kann er sich in diesem Alter überhaupt schon der Konsequenzen bewußt sein? Fragen über Fragen! Ich muß gestehen, daß ich manchmal schon richtig aggressiv bin, weil ich mir nicht mehr zu helfen weiß (Schande!). Außerdem ist es mir total unangenehm, daß unser Sohn als einziger im Kindergarten so einen Zirkus macht. Er steckt mittlerweile auch schon andere Kinder mit dem Wort "blöd" an. Mir tun die Betreuer echt leid!
Bitte hat irgendwer einen guten Rat für uns, damit wir auch bald wieder entspannte Tage und nicht nur Nächte haben ;-)?

Liebe Grüße aus Wien,
Birgit
annawahlgren
Upphovskvinna SHN-kuren
Inlägg: 15366
Blev medlem: mån 22 nov 2004, 22:46
Ort: Gastsjön

Re: Erziehen aber wie?

Inlägg av annawahlgren »

:D Dear Birgit, I hope you understand my English the way I understand your Deutsch... Good enough :wink: :lol:
Birgit skrev:Täglich kämpfen wir mit ihm, selbst im Kindergarten sind sie schon ein wenig ratlos.
Poor little Kerlchen, I must say :shock: Where can he rest and feel happy with himself :?: Find a better Kindergarten :!:
Birgit skrev:Nur jetzt schimpft er jeden, sobald etwas nicht nach seinem Kopf geht.
His head is full of questions and confusions. He is not being steered by a malicious Kopf. I promise you, he has not much of an idea of what he "wants" and not wants. He is in dire need of your loving guidance and leadership. Life is complicated, and he is just getting aware of that. Not that long ago, he thought it was pretty simple... and now everything is turning upside down. What helps him a lot - and you too, I would say! - is laughter. Jokes. Making fun of this terribly confusing and, suddenly, difficult world. Get yourself some inspiration from the chapter "Drei Jahre: Der Humorist" in das KinderBuch :mrgreen:
Birgit skrev:Wenn er sich dann endlich wieder beruhigt hat, kommt er wieder raus, aber kurz darauf kann es schon wieder losgehen. Egal, ob er dafür bestraft wurde, oder nicht.
The simple truth is that you can never, ever, punish a little 2,5 year old into a better, i.e. socially acceptable, behavior. You have to teach him how it works to cope with others, including you and his father, who are society's first and foremost representatives.

Obviously, your little son is entering the Trotzalter - early enough - and I think you would learn a lot from reading and understanding the chapter "Ich will, ich will nicht!" in das KinderBuch. You are, as I understand it, pracitising the Verbannung, but you are not following it up according to the principle of gudiance and leadership. You are using it as a punishment. Therefore it will but lead to more and worse provokations. The proof that you handled an outburst of Trotz well and correctly, is the child's final reaction of relief. Don't give in for less!
Birgit skrev:Ich möchte einfach nicht den ganzen Tag mit unserem Kind diskutieren und streiten. Vorallem, wenn es nichts bringt.
Good. I am glad your inner voice of conviction (and love!) tells you that this is wrong. Because it is.

Make use of him instead. Go by action, not endless (and useless) discussions. Make him feel needed. Necessary. Absolutely needed and impiortant in your common struggle for existence. Children are here to learn. The bottom line is survival. Soziale Beteiligung is the Sesame-open-thee of das KinderBuch as well as of life itself. Read, read and learn, and remind yourself! Make use of him every day for at least 20 minutes a time and thank him profusely for a job well done. Nota bene, it must be a job where the two of you co-operate. Play he can do by himself (and better).
Birgit skrev:Kann er sich in diesem Alter überhaupt schon der Konsequenzen bewußt sein?
No. He can rejoice in positive happenings, whereas negative happenings - "consequences" - will just make him feel not understood and thus frustrated, which means sad and/or angry. What he needs is loyal companions, as do all of us - in order to avoid the devatstating feeling of powerlessness.
Birgit skrev:Ich muß gestehen, daß ich manchmal schon richtig aggressiv bin, weil ich mir nicht mehr zu helfen weiß (Schande!).
There you have it: the powerlessness, which is the most dangerous state of our human mind, makes your little boy mirror your behavior. And there unfortunately, you meet way's end, both of you.

Please let the KinderBuch be your friend, holding your hand and showing you a way of (not) Erziehen - of loving guidance :!: - that will make life good and happy and constructive again! You can do it.


:heart: O:) :heart:
:D Nio barn, arton barnbarn, tre barnbarnsbarn och några tusen nästanbarn :!:
Birgit
Inlägg: 59
Blev medlem: lör 17 sep 2011, 15:20

Re: Erziehen aber wie?

Inlägg av Birgit »

Liebe Anna!

Vielen Dank für Deine Antwort. Leider muß ich sagen, daß ich doch ein wenig enttäuscht bin, da ich auf Hilfestellung und aufmunternde Worte gehofft habe und nicht ausschließlich auf Kritik. Ja, wir arbeiten mit der Verbannung und zwar genauso wie es im Kinderbuch steht (habe extra noch einmal nachgelesen). Nur weil ich es in meiner Nachricht als Bestrafung bezeichnet habe, ist es meiner Meinung nach noch lange nicht falsch!

Einen anderen Kindergarten für Krippenkinder zu finden ist in Wien fast ein Ding der Unmöglichkeit. Habe schon rechtzeitig diesen gefunden, den ich für sehr gut halte. Auch die Betreuer sind äußerst geduldig und liebevoll. Aber auch dort müssen gewisse Regeln eingehalten werden (wie überall im Leben), auch von unserem Sohn!

Du hast wahrscheinlich recht, daß wir in letzter Zeit die soziale Beteiligung ein wenig aus den Augen verloren haben. Wir achten wieder mehr darauf. Aber es geht nun mal viel Zeit durch seine Zornesausbrüche verloren...

Ja, ich weiß, daß wir die Vorbilder für unsere Kinder sind, deshalb schimpfen und fluchen wir nicht vor Alexander. Leider kommt das Wort "blöd" in fast jedem Kinderbuch vor und auch andere Wörter sind hie und da einmal irgendwo zu hören. Wie wir damit umgehen sollen, daß er uns ständig schimpft und provoziert, hast Du mir leider nicht beantworten können. Außerdem würde ich ihm das überhaupt gerne abgewöhnen, da es mir peinlich ist, wenn er die Betreuer im Kindergarten schimpft oder zu mir in aller Öffentlichkeit "blöde Mama" oder gar "Scheiß Mama" sagt. Da kann ich ihn nämlich nicht wirklich verbannen, wenn ich nicht zuhause bin.

Schade, daß soviele Fragen offen geblieben sind und ich jetzt mit dem Gefühl rumsitze, daß ich offensichtlich alles falsch mache.

Liebe Grüße aus Wien,
Birgit
annawahlgren
Upphovskvinna SHN-kuren
Inlägg: 15366
Blev medlem: mån 22 nov 2004, 22:46
Ort: Gastsjön

Re: Erziehen aber wie?

Inlägg av annawahlgren »

Dear Birgit,

I am so sorry that my answering you made you feel critized. I am deeply sorry and I blame myself only. Obviously I was not able to make you feel understood, let alone to help you. (Perhaps I do not understand German as well as I like to think, ha!)

I regret my writing to you and admit my shortcomings. I hope someone else will come in here giving you better answers and understanding.

With my very best wishes,
Anna
:D Nio barn, arton barnbarn, tre barnbarnsbarn och några tusen nästanbarn :!:
Astrid
Inlägg: 108
Blev medlem: lör 02 apr 2011, 20:47
Ort: Tulln / Donau (A)

Re: Erziehen aber wie?

Inlägg av Astrid »

Hallo liebe Birgit,

Mein erster Sohn hatte in dem Alter eine ähnliche Angewohnheit. Er hat den Sohn meiner Freundin immer an den Haaren gezogen. Und ich hab ihn jedes Mal auf sein Zimmer verbannt. Und es war ihm ziemlich egal. Ich fühlte mich damals irgendwie ohnmächtig. Nicht im Stande der Situation Herr zu werden. Vor allem weil ich ja eigentlich der Meinung war, eh alles erdenklich zu tun damit er damit aufhört.

Eines Tages war dann die Situation schon so angespannt, dass mir klar wurde, wenn ich das nicht ein für alle mal "abdrehe" verliere ich meine Freundin. Und so wurde ich auf einmal sachlich und abgegrenzt. Mir war egal was er tat, ich sah das er was machte was absolut nicht geht und ich war bereit ihn theoretisch einfach im Zimmer zu lassen bis der Besuch weg ist. Er kann nicht mit dabei sein, wenn er andere Verletzt, und Punkt. Ohne Mitleid und Grübelei, was ich denn jetzt machen könnte. Diese Entschlossenheit und meine Sachlichkeit hat er gemerkt. Und es war dann ziemlich schnell vorbei. Egal wie oft er es machen würde, ich würde ihn immer wieder sofort raus führen bzw. dann im Zimmer lassen. Ich fühlt mich nicht mehr für sein Fehlverhalten verantwortlich, sondern ich sah nur mehr das er ein Kind ist, das etwas macht das absolut nicht o.k. ist. Er ist nicht mein armes kleines Kind, dass ja eigentlich nicht genau weiß was es tut und ja auch den anderen gar nicht verletzen möchte. (er ist kein Teil von mir ) Ich versuchte es mal von außen zu betrachten.

Gerade bei so dummen Worten, deren Bedeutung sie selber oft noch gar nicht so genau kennen, sie aber merken, dass wir darauf "anspringen" ist es ja gar nicht so einfach.
Einerseits denkt man ja zu beginn, na ja so schlimm ist das ja gar nicht - man sagt dann relativ gelassen - das sagt man nicht - und ermahnt ihn wieder. Irgendwann merken sie dann, dass sie einen an der Angel damit haben. Und provozieren auch. Ein anderer Zugang wäre es, es wirklich jedes Mal zu ignorieren, überhaupt nicht zu reagieren und eventuell aus dem Zimmer zu gehen. Zumindest gibt es Literatur, die es so empfiehlt.

ABER für mich sind sie unterm Strich Kinder, die eine klare Anleitung brauchen, und so was sagt man einfach nicht. (Vor Generationen wäre das noch viel tragischer gewesen). Wenn er das sagt - du zu ihm sagst "wir sprechen lieb miteinander" und er es wieder sagt, dann müsste sofort eine logische Konsequenz kommen. Die muss nur vorher gut überlegt, nicht nur angedroht sondern auch ganz sachlich durchgeführt werden. (Gesellschaftlich mag es heute nicht so schlimm sein, wenn ein Kind blöd sagt, aber eigentlich geht es dir als Mutter damit schlecht. Und daher trägst du die Verantwortung dafür, dass er damit aufhört. Du schützt damit ihn vor einer möglichen noch viel schlimmeren Erfahrung durch die Gesellschaft und du schützt ihn davor das du aggressiv wirst.

Wenn er das wo anders sagt, dann müsstest du eventuell bereit sein, den Besuch abzubrechen und nach Hause zu gehen (was du ihm auch sagst, wenn er das Wort wieder benutzt, und nach dem dritten ermahnen geht ihr dann). Was für das eine Mal wahrscheinlich total blöd ist, aber er einfach erkennt die Mama handelt. Er muss merken, dass du klare Grenzen hast. Und das du bereit bist die Konsequenzen durch zu halten, weil du weißt das er nur so lernen kann. Wenn es in einer anderen Situation ist, wo du nicht einfach gehen kannst, dann müsste er sich zumindest bei dir entschuldigen (oder Ei –Ei machen). Und da muss man auch dran bleiben und wirklich jedes Mal auf dieselbe Art und Weiße reagieren. (Es ist ja auch eigentlich wirklich ein entschuldigungs Grund)

Bei meinem 2 Jährigen hilft es manchmal mehr ihn einfach unmittelbar vor die jeweilige Tür zu stellen. D.h. gleich wenn er z.B. mit etwas herum schmeißt. Ohne große Belehrung, einfach wenn du mit etwas herumhaust darfst du nicht dabei sein. Ohne jegliche Zweifel meinerseits. Ganz sachlich und unmittelbar. Dann merkt er sich das für ein paar Stunden und dann fängt er wieder an. Und dann geht er wieder vor die Tür ;-) Es ist hin und wieder mühsam – aber sie lernen eben langsam aber stetig. Das gute ist, wenn man Klar ist wissen die Kleinen auch wofür man steht und sie „klopfen“ dann immer weniger an die Grenzen, weil sie schon ein bisschen Bescheid wissen wofür die Mami steht.

Vor allem hab ich das Gefühl das eher temperamentvolle, starke Burschen den klaren, geradlinigen Führungswiederstand brauchen, um sich sicher zu fühlen. Damit sie wissen, meine Mutter führt mich gut und ich kann mich sicher und geborgen fühlen. Die lässt sich nicht so einfach „an der Nase“ herumführen. Sie ist stark, stärkt mir den Rücken und ist ein „Leittier“. ;-) (die Matriarchin)

Vielleicht macht dir das Mut und stärk dich ein wenig. Auch wenn es für uns ungewohnt ist klar und manchmal auch "hart" zu sein, so ist es unsere Aufgabe und Pflicht zu führen (auch wenn wir manchmal ein wenig unsicher sind). Wir müssen und dürfen Vorrangehen und sagen wo es lang geht. (wir müssen nicht immer diskutieren, das was wir sagen gilt, wir sind die Großen wir wissen einfach alles besser ;-) das mag jetzt blöd klingen - aber das ist ja auch wirklich so)

Alles liebe
Astrid
Nico , * 13. Mai 2007
Durchschlafkur Feb. 2009

Loui, * 11. Feb. 2009
Durchschlafkur Sep. 2009

Jona, * 21. Sep. 2011
Standardmodell von Beginn an
Birgit
Inlägg: 59
Blev medlem: lör 17 sep 2011, 15:20

Re: Erziehen aber wie?

Inlägg av Birgit »

Liebe Astrid!

Vielen Dank für Deine ausführliche Antwort. Ja, du hast recht, keine Zweifel, kein Zögern! Vorgestern ist es in der Straßenbahn eskaliert. Alexander wollte bei der Tür stehen und ich wollte, daß er auf die Seite geht. Das Ergebnis war ein vor Zorn rasendes Kind, das in einer Tour blöd, Scheiße, schlimme Mama, blöde Mama ... geschrien hat. Eht peinlich. Habe die Fahrt dann abgebrochen und bin mit ihm zu Fuß nach Hause. Nach etlichen Stops, die er liegend am Gehsteig verbracht hat. Die ganze Strecke hat er Scheiß blöde Mama geschrien, echt nicht lustig. Habe ihn dann zuhause ins Zimmer gebracht und dann beschlossen, daß das der Höhepunkt war. Bin seitdem extrem konsequent und sachlich. Muß gestehen, daß ich mich vorher sicher zuviel aufregte. Jetzt hoffe ich, daß ich bald eine kleine Verbesserung erkennen kann, quasi als Motiation ;-).

Eine Frage habe ich noch, vielleicht hast Du ja da auch einen Rat. Alexander hat einen Kuschelhasen, der immer großes Thema ist. Er will ihn immer und wir wollen, daß er ihn nur zum Schlafen hat. Der befindet sich natürlich in seinem Zimmer in einer Lade. Mein Mann möchte, daß der Hase weggenommen wird, damit das Zimmer wirklich eine Strafe ist. Denn er nimmt sich natürlich jedesmal den Hasen aus der Lade. Meiner Meinung nach ist das nicht schlecht, da er sich schneller beruhigt und nicht mehr so hysterisch ist. Außerdem kommt dann sonst noch die Panik dazu, daß der Hase weg ist. Also zwei Konsequenzen? Das find ich zuviel. Hätte eigentlich nix dagegen, wenn er den Hasen immer hat, aber Alexander übertreibt halt immer. Denn dann hat er nur noch den Daumen im Mund und den Hasen in der Hand. Das heißt er kann gar nichts anderes mehr machen. Deshalb mußten wir den Hasen einfach einschränken. Der Hase ist jetzt ein Kuschelhase und kein Spielhase!

Freu mich schon auf Deine Meinung dazu und natürlich auch auf andere Meinungen und Erfahrungen!

Liebe Grüße,
Birgit

Liebe Güße aus
Astrid
Inlägg: 108
Blev medlem: lör 02 apr 2011, 20:47
Ort: Tulln / Donau (A)

Re: Erziehen aber wie?

Inlägg av Astrid »

Hallo liebe Birgit,

oh je, das hört sich wirklich heftig an! ... du Tapfere ..

Meine Jungs haben alle drei ein "Übergangsobjekt" mein Kleinster hat auch beides Daumen und sein Kuscheltier. ;-)

Bei meinen Ältesten hat mich diese beinahe "Abhängigkeit" manchmal echt irritiert. Und es war oft ein Drama wenn wir das Ding irgendwo vergessen haben. Und ich hatte echt Angst, dass er dann noch an seinem ersten Schultag mit diesem Ding in die Schule gehen würde.
Es kommt mir ein wenig so vor, als ob wir mehr das Problem hatten ...ENERGIE folgt der Aufmerksamkeit. Umso mehr ich mit seinem Kuscheltier haderte, es verbot und ihn versucht hab davon abzubringen - umso mehr klammerte er daran. Das verblüffende war, dass er dann eines Abends aus dem nichts heraus, mir sein Kuscheltier gab - mit den Worten ich brauch die "Mia" jetzt nicht mehr (ca. mit 4,5 Jahren). Und an seinem ersten Schultag hatten viele Kinder das Lieblingskuscheltier mit (nur er wollte gar nicht seine Mia mit nehmen) Heute holt er sie hin und wieder aus seinem Kasten.

Mein Zweiter hat auch seinen geliebten Hasen, den er immer beim Einschlafen verwendet (ich glaube auch das er mit ihm leichter einschläft, was wirklich ein Vorteil ist) Als wir dann Urlaub gefahren sind, sagte er doch plötzlich - nein mein Hase wartet zu Hause. Und im Urlaub ging es dann ohne auch gut. Und jetzt langsam merke ich, dass er eigentlich gar nicht mehr so wichtig für ihn ist.

Mein Jüngster hat auch sein Kuscheltier, das er auch unter Tags gerne mal hat. Vor allem wenn er krank ist oder schon ein wenig schläfrig, ist sein Pepe sehr wichtig und auch ein guter Freund zu dem er sich kuscheln kann.

Ich habe das Gefühl, wenn sich "innerlich" in ihnen viel bewegt, sie emotional aufgewühlt sind oder sie eine neue Hürde "packen" müssen, sie verstärkt in diese alten Tröstmechanismen reinrutschen. Ich versuche dann "das Grundproblem" anzugehen und damit werden sie dann auch wieder zufriedener und selbstsicherer (und haben dann auch weniger das Bedürfnis nach den Trösterchen). Aus den Tröstmechanismen kann man sie dann entspannt ohne zu großen Druck nach und nach raus führen.

Wichtig ist glaube ich, eine Entscheidung zu treffen, die für einen selber stimmig ist - mit der man sich wohlfühlt, damit man dann auch dem Kind gegenüber authentisch und sicher seine Linie vertreten kann.

Ich wünsch euch ein möglichst „Schimpfwörter“ freies Wochenende und ganz viel entspannte Sachlichkeit.

Alles liebe Astrid
Nico , * 13. Mai 2007
Durchschlafkur Feb. 2009

Loui, * 11. Feb. 2009
Durchschlafkur Sep. 2009

Jona, * 21. Sep. 2011
Standardmodell von Beginn an
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